Sth Friedrich Heinrich ☞Hermann ROCHOLL, Sohn des Jh. Fr. Anton ROCHOLL [0704900] und dessen Gattin Johanna KERLEN. Hermann war Oberregierungsrat zu Magdeburg. — Er kam mit 5½ Jahren nach dem Tode seines Vaters zu seinem Onkel, dem Pfarrer Karl KERLEN zu Dortmund und besuchte dort das Gymnasium bis zur Reifeprüfung (Oster 1845). Er studierte Rechtswissenschaft in Halle a.d. Saale (Burschenschaft „auf dem Pfluge“) und ab Ostern 1847 in Berlin. Nach bestandener 1. Prüfung am 20.05.1848 folgte eine Referendarzeit bis 1854 und danach Anstellungen bei verschiedenen Gerichten. Am 01.10.1849 als Einjährig-Freiwilliger im Inf.-Regiment 13 zu Münster i.Wfl., ab 15.03.1851 Lieutnant im Landwehr-Regiment 13, Teilnahme an mehreren militärischen Übungen  und an den Mobilmachungen von 1851 und 1859. Am 25.11.1854 große Staatsprüfung mit „gut“ bestanden, am 22.01.1855  Richterstelle zu Graudenz, am 01.05.1855 Gerichtsassessor (mit Patent vom 02.11.1854), 1856 Übergang zur Regierung, 26.04.1858 Regierungsassessor, 03.09.1866 Regierungsrat, während des Krieges 1866 zur Dienstleistung beim stellvertretenden Großen Generalstab, ab 1867 zum Finanzministerium, ab 01.04.1869 Justitiar bei der Kgl. Regierung zu Magdeburg und bei der Kgl. Elbstromverwaltung, vorübergehend auch bei der Oberpostdirektion zu Magdeburg, 06.04.1886 Oberregierungsrat und Dirigent der Finanzabteilung, 01.07.1895 in den Ruhestand zu Magdeburg.

Während seiner Magdeburger Zeit Betätigung in der Kirchengemeinde, in der Provinzialsynode und im Verein für weibliche Diakonie. Begeisterter Anhänger des ROCHOLL'schen Familienverbandes der lange Zeit als Senior der Familie und Mittelpunkt und großer Redner auf den Familientagungen aktiv war. – Kernige, kräftige Natur, breitschultrig und von

 

Hermann Rocholl sen.
(1827–1914) [0806300]

und als Student

hohem Wuchs, in jungen Jahren unermüdlicher Wan-derer hauptsächlich in den deutsch-böhmischen Grenz-gebirgen, aber auch in an-deren Gegenden, wenn es nur etwas dabei zu erklet-tern galt, später große alpine Betätigung (ROCHOLL-spitze und ROCHOLsee nach ihm benannt – aktuell in Google: Unter „Rochollspitze“ – fälschlicherweise nur mit

einem „l“ als „ROCHOLspitze“ vermerkt – gibt es ver-schiedene Eintragungen zu diesem 3.077 mtr. hoch-alpinen Berg in den Stubaier Alpen im italienisch-deutschen Grenzgebiet), reiches Wirken für die Sektion Magdeburg des deutsch-österreichischen Alpenvereins, dessen Gründer, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender er 30 Jahre lang war. – Vgl. über ihn den Anhang 40, ferner den Aufsatz „Aus meiner Leidenszeit“ in NaBl 08 und den Nachruf im 31./32. Jahresbericht.

Rocholspitze 3077 mtr.png
08 063 00

EP1 Anna Louise ROCHOLL geb. CONSBRUCH, deren Vorfahren vgl. AhLi Nr. 25

EP2 Antonie ROCHOLBITZTHUM VON ECKSTEDT, Tochter des Heinrich BITZTHUM VON ECKSTEDTHauptmann zu Sorau, und seiner Gattin Henriette Lange

EP3 Anna Sophie Luise ROCHOLL geb. SCHNAHT, deren Vorfahren vgl. AhLi 26.

Kinder  [01] zu  Berlin, [02] bis [04] zu Magdeburg geboren, evangelisch:

aus 1. Ehe mit Anna Louise ROCHOLL geb. CONSBRUCH:

0806301►0908700  Marie, Berlin 14.08.1865, † [_].

aus 3. Ehe mit Anna Sophie Luise SCHNAHT:

 

0806302►0908800  Johanna, Magdeburg 11.05.1897, † [_]

 

0806303  Hermann, Magdeburg 17.10.1898, X bei Longueval am Delville-Wald 14.07.1916,

▭ Flers bei Bapaume 18.07.1916, Leutnant im Inf.-Rgt. 26 zu Magdeburg (s. Anhang 45).

 

0806304►0908900  Ursula Maria Anna, Magdeburg 28.07.1902, † [_].

Hermann Rocholl jr.
(1898– 1916) [0806303]

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